Knastmarathon 2012: Noch eine Woche

Jetzt wird es also ernst. Nächsten Sonntag ist der Lauf.

Doch der Reihe nach:

Letzten Sonntag stand der längste Lauf des Trainings auf dem Plan, 30 Kilometer. Vor diesem Training hatte ich auf jeden Fall Respekt und so habe ich morgens ein wenig gefrühstückt, viel Wasser getrunken und neben den üblichen Dehnübungen noch ein wenig Zeit in Aufwärmübungen investiert.

Wieder hatte ich als Laufstrecke den gewohnten 10-Kilometer Weg durch den Wald gewählt, zwei Päckchen Energy-Gel und zwei Liter Apfelsaft.

Das Wetter war perfekt. Es nieselte leicht, die Temparatur schien weder zu kalt noch zu heiß zu sein. Mehr …

5 Tage Haft wegen “Sitzenbleiben”

Ich bin regelmäßiger Leser des Blogs von Strafverteidiger Udo Vetter (www.lawblog.de).

Dort las ich vor Kurzem von einem Fall, in dem ein Angeklagter vor einem Amtsgericht sich weigerte, bei der Urteilsverkündung von seinem Stuhl aufzustehen. Das ärgerte offenbar den Richter, daher ordnete er fünf Tage Ordnungshaft an.

Fast reflexartig musste ich grinsen, da ich bereits öfters davon hörte, dass Richter in der “untersten” Ebene der Gerichtsbarkeit hin und wieder mal bei Kleinigkeiten über die Sränge schlagen.

Dann war ich doch verwundert als ich las, dass auch die nächste Instanz, also das Oberlandesgericht, diese Maßregelung als gerechtfertigt ansahen.

Dort wurde der Begriff der “Ungebühr” verwendet, die mit bis zu 1.000 Euro Ordnungsgeld oder eben bis zu einer Woche Haft geahndet werden kann. Mehr …

23-Jähriger in Zelle vergessen

Es muss die reine Hölle gewesen sein, die der Student Daniel Chong (23) in einer Zelle der amerikanischen Drogenbehörde (DEA) durchgemacht hat.

Am 21. April wurde er, zusammen mit sechs Anderen bei einer Drogen-Razzia aufgegriffen und in eine Zelle gesperrt.

Bei der Razzia wurden 18.000 Ecstasy Pillen, Waffen und Munition gefunden. Nach einem kurzen Verhör wurde Chong von einem DEA-Beamten mitgeteilt, er gelte nicht als Verdächtiger und werde bald frei kommen.

Daraufhin wurde er zurück in seine fensterlose Zelle gebracht. Die Handschellen musste er anbehalten. Was dann geschah ist nach Behörden-Angaben noch unklar. Fest steht: Er wurde einfach vergessen. Für fünf Tage! Mehr …

Atmen

Ich habe eben den Film “Atmen” gesehen, auf den ich schon seit Monaten gespannt war. Leider lief der Film Anfang des Jahres nur in wenigen Programm-Kinos und das auch nur selten.

Jetzt ist die DVD erschienen und so kam ich endlich dazu, ihn zu sehen.

Der Film ist, wie vermutet, fernab des Mainstream und daher auch nicht massentauglich, was die Zurückhaltung der etablierten Kinos erklärt. Das ist insofern auch nicht verwunderlich, als dass der Regisseur (Karl Markovics) in einem der Extra-Videos erklärt, er wollte einen Film über den Tod machen.

Ich hingegen wollte einen Film über einen Jugendlichen sehen, der im Gefängnis sitzt und sein Leben versucht in den Griff zu kriegen.

Ich wurde nicht enttäuscht. In der Tat kommt es bei diesem Film auf den Blickwinkel des Zuschauers an und das macht es mir ein wenig schwer zu entscheiden, wie ich den Film darstelle. Ich versuche es dennoch…

Hauptfigur des Films ist der 19-Jährige Roman Kogler, der in einer Jugend-Haftanstalt einsitzt. Seine Anhörung zur vorzeitigen Entlassung steht kurz bevor und so erhält er Freigang, um sich einen Job zu suchen.

Nach einem gescheiterten Versuch als Schweißer landert er schließlich in einem großen Bestattungsunternehmen.

Dort wird er nicht gerade herzlich aufgenommen, reißt sich aber zusammen und versucht sich einzuordnen. Der Umgang mit den Toten fällt ihm schwer. Mehr …

Knastmarathon 2012: Noch 3 Wochen

Nachdem ich Euch die letzten zwei Wochen mit meinem Trainingsfortschrittsbericht verschont habe, hier nun der aktuelle Stand.

Ich habe in den letzten Tagen und Wochen versucht, meinen Trainingsplan etwas zu unterbieten, also schneller zu sein, als vorgegeben. Das hat mal besser, mal schlechter geklappt.

Die Woche nach meinem letzten Bericht war ein 10-Kilometer Testlauf angesetzt. Ziel laut Plan: “Um 60 Minuten”.

Wenn ich ehrlich bin, hatte ich keine Sekunde geglaubt, dass ich das packe. Ich hoffte, es in 65 Minuten hinzubekommen. In gewisser Hinsicht kam mir bei dem Lauf eine Fehlfunktion meines Handy-Apps zu Hilfe. Ich stellte als Mindestgeschwindigkeit 6:30 min/km ein und lief los wie immer. Schon nach wenigen Minuten hörte ich ein “Geschwindigkeit steigern” aus meinen Kopfhörern.

Im blinden Vertrauen auf die Technik legte ich also noch einen Zahn zu und war daher etwas erstaunt, als etwa hundert Meter erneut die Anweisung kam, schneller zu laufen. Mehr …

Warnschussarrest

Seit Jahren diskutiert die Regierung immer wieder mal über den sogenannten “Warnschuss-Arrest”. Warum schreibe ich als heute darüber?

Ganz einfach: Heute war dieses Thema zur Abstimmung im Bundestag.

Um was geht es?

Die Zahl der jugendlichen Straftäter geht zwar seit Jahren zurück, jedoch ist die Intensität und die Brutalität gestiegen. Wir erinnern uns an diverse “U-Bahnschläger” oder Gruppen Jugendlicher, die Ältere zusammenschlagen.

Aus diesem Grund hat der Bundesrat im Wesentlichen zwei Vorschläge gemacht: 1.) Neben einer Bewährungsstrafe kann zusätzlich ein Arrest bis zu vier Wochen verhängt werden, was bisher nicht ging. 2.) Die Höchststrafe für minderjährige Straftäter wird bei besonders brutalen Verbrechen von 10 auf 15 Jahre hochgesetzt.

Während ich den zweiten Vorschlag uneingeschränkt unterschreiben würde, frage ich mich, was der zusätzliche Arrest (der sogenannte Warnschussarrest) bringen soll. Und ich bin offenbar nicht der Einzige, der Zweifel an dieser Maßnahme hat, wie meine recherchen im Netz zeigten. Mehr …

Sind wir denn total bescheuert?

Mit dieser Schlagzeile brachte mich heute eine bekannte, grosse Tageszeitung zum Nachdenken.

Es ging in dem Artikel um vier Sexualstraftäter, die insgesamt 240.000 Euro Schmerzensgeld vom Landgericht Karlsruhe zugesprochen bekommen haben, weil nach Absitzen ihrer Haftstrafen rückwirkend Sicherungsverwahrung angeordnet wurde, was laut europäischem Gerichtshof für Menschenrechte nicht zulässig ist.

Nach dem Lesen des Artikels konnte ich die Schlagzeite nun auch besser interpretieren. Sie lautete demnach: “Sind wir denn total bescheuert, weil wir Sexualstraftätern die gleichen Rechte zugestehen, wie allen Anderen?”.

Lassen Sie mich die Beantwortung dieser Frage auf den Punkt bringen: Nein!

Ich will vorab klar sagen, dass ich in diesem Artikel nicht bewerten möchte, ob das Verbot einer nachträglichen Sicherungsverwahrung gut oder schlecht ist. Nein, ich finde es sogar gut, wenn der Staat (oder die Judikative) versucht, mich vor Schwerverbrechern zu beschützen. Mehr …

Illegal? Verlockend!

Ich gebe zu: Verbotenes ist irgendwie anziehend.

Heute habe ich erfahren, dass der US-TV Sender “Spike” eine Serie namens “Jail” anbietet und eine Andere “Big easy justice”.

Als ich die Seite spike.com aufrief und feststellte, dass dort die vollständigen Episoden der Sendungen angeboten wurden, war ich ziemlich ernüchtert, als ich die Meldung sah “This Video is not available in your country”.

Einige von Euch werden diese Meldung vermutlich auch von YouTube her kennen.

Was soll ich sagen? Ich bin zwar kein Hacker aber in mir keimte der Gedanke auf, dass ich mich von einer einfachen IP-Adressensperre nicht aufhalten lasse.

Dann bin ich auf ein Webbrowser-Plugin namens “Cocoon” gestoßen. Dieses Plugin verspricht sicheres Surfen und verschleiert offenbar auch die IP-Adresse. Mehr …

Knastmarathon 2012: Noch 6 Wochen

Passend zu Ostersonntag habe ich heute sozusagen meinen persönlichen “Ostermarsch” gemacht.

25 Kilometer bei 7:00 Min/Km stand auf dem Plan und die Erinnerung an meinen Lauf vorletzte Woche, bei dem ich nach 20 Kilometern abbrechen musste, war mir noch im Hinterkopf.

Diesmal, frisch gestärkt durch ein ausgiebiges Frühstück, lief aber aber alles klasse. Letztendlich waren es zwar ein Schnitt von 7:08 Minuten aber am Ende immer noch unter drei Stunden, was mir wichtig war.

Beim Einschätzen der Geschwindigkeit half mir ein neues Programm auf meinem iPhone, Runmeter.

Vor dem Lauf kann man einstellen, wie die Durchschnittsgeschwindigkeit sein soll, die Gesamtlänge des Laufs, eine Zielzeit, etc. Mehr …

Gewalt im Jugendknast

Vier Monate nach dem Foltermord in der Jugendhaftanstalt Siegburg dokumentiert ein Filmteam was sich seit dem geändert hat. Dazu besuchten sie die JVA Herford.

Dort sitzt unter anderem einer der Täter aus Siegburg ein.

Unter anderem wird Christopher interviewt, der ebenfalls einen Mitgefangenen gefoltert hat. Mittlerweiler hat er sich zum Bibliothekar hochgearbeitet hat. Offen redet er über den Druck und den psychichen Stress, der in der JVA herrscht.

Auch in dieser Dokumentation wird deutlich, dass das Leben in einer Haftanstalt eigenen Regeln folgt.

In der JVA Herford werden Insassen, die gewalttätig gegenüber anderen Mitgefangenen oder Bediensteten sind, in einer speziellen Absonderungsabteilung (A1) einzeln eingesperrt. Mehr …

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Herzlich Willkommen!

Hier können sich Interessierte über Haftbedingungen, Gefängnisse und vieles mehr informieren. Viel Spaß.